Unser Umzug

Brigitte und ich führten schon längere Zeit eine
Fernbeziehung. Sie wohnte in Velbert und ich eben in
Geldern. Wir hatten schon oft über eine gemeinsame Wohnung
nachgedacht, doch im Grunde scheiterte es an unseren
jeweiligen Jobs. Keiner von uns wollte den Job aufgeben,
was ja in der heutigen Zeit auch verständlich ist, aber von
Geldern aus in Velbert arbeiten lohnt sich nicht und anders
herum wäre es auch Blödsinn gewesen.
 
Im Juni 2009 bekam ich, für mich sehr überraschend,
die Kündigung. Einen neuen Arbeitsplatz konnte ich in
Geldern auch nicht finden und so kamen wir auf die Idee uns
eine gemeinsame Wohnung in Velbert zu suchen.
 
Naja, gesucht haben wir gemeinsam per Internet.
Brigitte hat dann die Wohnung besichtigt und ich habe einen
Mietvertrag unterschrieben obwohl ich die Wohnung noch gar
nicht gesehen hatte.

In so einem Mehrfamilienhaus wollte ich nicht unbedingt
wohnen, aber die relativ ruhige Lage, die Größe der
Wohnung und ihr Preis sprachen für sie.
Die Wohnung liegt ganz oben.
Es gibt zwar ein Treppenhaus mit 54 Stufen,
aber an einen Fahrstuhl hat der Bauherr
leider nicht gedacht.

Als ich zum ersten Mal die Wohnungstüre öffnete
bekam ich einen Schreck.
Der gesamte Fußboden war voller Farbspritzer.
 
Natürlich sah ich mich nun in der Wohnung um.

Die meisten Wände waren zwar weiss,
doch beim genaueren Hinsehen wurde
schnell klar wie stümperhaft hier
gestrichen worden war.

Teilweise waren grössere Stücke einfach vergessen worden.

In einem Raum
hatte man lila Farbe an die Wand geklatscht,
was mir gar nicht gefiel, und dazu gab es dort
auch noch einen tollen Fleck.
 
Hier musste vieles ausgebessert bzw. neu renoviert werden.
Sehr viel Arbeit für Brigitte und mich. Außerdem musste ja
auch noch der Umzug vorbereitet werden. Und die alten
Wohnungen mussten ja auch noch für die Übergabe fertig
gemacht werden.
In meinem Fall hieß das: Alle Wände mussten von den
Tapeten befreit werden und die Wohnung musste blitzeblank
geputzt werden.
 
Angefangen haben wir mit der Renovierung der neuen
Wohnung. Es wurde gestrichen und tapeziert. Neue
Fußbodenbeläge (Teppichboden und PVC) wurden gekauft
und verlegt. Sogar an das Verlegen von später erst
notwendigen Kabeln wurde gedacht. Diese sind nun
unter den neuen Bodenbelägen verschwunden.

Wenn zwei Menschen, die jeweils schon eine komplett
eingerichtete Wohnung haben, zusammen ziehen gibt es sehr
viele Möbelstücke doppelt. Wir überlegten gemeinsam was
aus welcher Wohnung mit soll und was anderweitig entsorgt
werden kann. So landete mein klomplettes Wohnzimmer auf
dem Sperrmüll.
 
Mein Umzug fand dann, dank der Unterstützung von Brigittes
erwachsenem Sohn Daniel, an einem Tag statt.
 
Puh, war das eine Schlepperei immer diese 54 Stufen hoch.

Für Brigittes Umzug hatten wir uns etwas anderes überlegt.
Ihre alte und die neue Wohnung trennen nur ein paar hundert
Meter Luftlinie. Dieser Umzug wurde also in Etappen
vollzogen.
Zum Beispiel besteht der Wohnzimmerschrank aus vier Teilen.
Ein Teil wurde abgebaut, in ihren Corsa verstaut, in die
andere Wohnung gebracht und dort direkt wieder aufgebaut.
Weiter ging es mit dem nächsten Teil des Schrankes.
Wir sind zwar sehr oft hin und her gefahren,
aber wir sparten das Geld für einen Umzugswagen und
die Arbeit verteilte sich über mehrere Tage.

Im Schlafzimmer stehen nun unsere Kleiderschränke
friedlich nebeneinander.
 
Nur Brigittes altes Bett ist nicht mit umgezogen.

Für das Wohnzimmer haben wir uns eine neue Couchgarnitur
und einen tollen neuen Fernsehsessel geleistet.
Fernsehen macht damit doppelt Spass.
Außerdem kann ich darauf wunderbar schlummern.

Brigitte hat hier ihren eigenen Schreibtisch bekommen
und somit eine kleine Computerecke erhalten.
Allerdings wird diese Ecke nur sehr selten genutzt.

Denn das ist nicht der einzige Computer in unserem Haushalt.
Im eigentlichen Kinderzimmer haben wir uns unser eigenes
kleines Internetcafe eingerichtet.
 
Hier verbringen Brigitte und ich, nebeneinander sitzend, sehr viel Zeit.

In unserer Küche steht nun an der einen Wand meine
Einbauküche mit den Elektrogeräten und an der anderen
Wand stehen Brigittes Küchenmöbel.
Wir haben somit extrem viel Stauraum bekommen.
Trotzdem ist noch genug Platz für einen Küchentisch
mit Stühlen, wo wir gerne unsere Mahlzeiten einnehmen.
 
Man sieht, der

Arbeitsaufwand

hat sich gelohnt.
Inzwischen wohnen wir über 7 Jahre in dieser Wohnung
und wollen auch nicht so schnell wieder umziehen.